In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, als Bremen wuchs und das Straßenbahnnetz zu Gunsten des Autoverkehrs schrumpfte, verfolgte die Baubehörde den Plan einer durchgängigen Straßenverbindung aus der Innenstadt über
Schwachhausen zur A27 und dann weiter nach Lilienthal. Nur zwei Anschnitte wurden davon verwirklicht, dies wäre die H.-H.-Meier-Allee zwischen dem Schwachhauser Ring und der
Kulenkampffallee, sowie der Autobahnanschluss an der
Universität. Gleichzeitig mit dem Bau der H.-H.-Meier-Allee wurde die Straßenbahnstrecke, die stumpf an der Kreuzung Wachmannstraße/Schwachhauser Ring endete bis
Riensberg verlängert. Zu diesem Zeitpunkt sollte außer dem Anschluss an den Autobahnzubringer
Universität, eine Straßenverbindung zur
Horner Heerstraße gebaut werden, die sogenannte
Horner Spange. Von diesen Plänen wurde nur eine kurze zweigleisige Strecke gebaut, die den Anfang einer Straßenbahnstrecke nach Horn bilden sollte. Bis zur ihrem Abbau Anfang 1997, diente die Strecke als Abstellmöglichkeit. Heute sechs Jahre nach dem Abbau sind immer noch Spuren von dieser Strecke zu erkennen.
Über Jahre hinweg gerieten all diese Pläne in Vergessenheit. Aber von Zeit zu Zeit werden sie hervorgekramt. In den 90er Jahren, als die Idee der Wiedereinführung der Linie 4, sowie ihrer Verlängerung nach
Borgfeld, entstand, tauchte die Idee eines Autobahnzubringers durch das Hollerland für Lilienthal auf. 10 Jahre später gibt es die Linie 4, aber den Autobahnzubringer nicht, obwohl sich die Gegner der Linie 4 nach
Borgfeld einen Bau dessen ganz groß auf ihre Fahnen geschrieben haben.
In den vergangenen Wochen ist der Bau der Horner Spange, zwar in einer abgeänderten Form, ins Spiel gekommen. Die neue Horner Spange soll die H.-H.-Meier-Allee, den Technologiepark (zwischen Universitätsallee und der Eisenbahn) und die
Horner Heerstraße miteinander verbinden. Außerdem sollen die neuen Verbindungsstraßen keinen Autobahncharakter aufweisen, wie es in den 60er-Jahren geplant war, sondern nur zweispurig, (je eine Fahrspur pro Richtung) sein. Die Eisenbahnstrecke (Bremen - Hamburg) soll den Plänen zufolge in der Verlängerung der
Lise-Meitner-Straße unterquert werden. Damit wird der verkehrstechnisch gefährliche Eisenbahnübergang
Achterstraße überflüssig. Die Bewohner der betroffenen Gebiete sind gegen dieses Bauprojekt, weil sie der Meinung sind, dass die Gebiete
Schwachhausen, Horn und
Universität genügend miteinander verbunden sind.
Letzte Woche hat sich auch die BSAG eingemischt. Sie möchte eine zweigleisige Straßenbahnstrecke zwischen den Strecken der Linien 6 und 4/5 mit Gleisdreiecken auf beiden Seiten bauen. Diese Strecke würde Umleitungen der Linien 6 bzw. 4/5 über die jeweils andere Strecke ermöglichen. Aber bei einem Betriebsgleis soll es nicht bleiben. Die Linie 4S könnte über diese Strecke um weitere 2 Minuten beschleunigt werden, obwohl sie ab
Riensberg jede Haltestelle bedienen würde. Die 6 benötigt ab
Riensberg 4 Minuten weniger zum
Hauptbahnhof, als die 4S ab der
Horner Kirche. Außerdem wäre die 4S nicht mehr so störungsanfällig, denn es passiert immer wieder, dass die 4S an der Haltestelle
Horner Kirche eine 4 einholt, so dass dann beide Straßenbahnen konvoiartig nach
Arsten fahren.
Übrigens: Ein Betriebsgleis zwischen den Linien 4 und 6 wurde in den 90er Jahren geplant, aber aus Kostengründen nie verwirklicht.